Sicherheit - für Haus und Hof

Kurz nach dem Einzug in unser erstes, gebraucht erworbenes, Eigenheim machte ich mir Gedanken, wie ich es kostengünstig sichern könnte.

 

Hier bot sich ja unendlich viele Möglichkeiten, für einen Profi, mit ein paar Handgriffen oder für den weniger Geübten, unter Anwendung brachialer Gewalt, unerlaubt in die eigenen vier Wände einzudringen.

 

Wie sichere ich mein Heim? War für mich die Kernfrage. Wo sind die Schwachstellen? 

 

Leider fehlte mir damals beim Hausbau schon der richtige Berater. Einer, der sich mit den Schwachstellen auskennt und gleich von Anfang an die notwendigen Tipps und Strategien mit auf den Weg geben konnte um nicht erst im Nachhinein alles mehr oder weniger nochmal anpacken zu müssen.

 

Also habe ich mich alleine umgeschaut und bin damals, systematisch vom Keller nach oben hin durchs Haus gegangen. 


Lichtschachtabdeckung - Sicherung

Solide, war mein erster Gedanke zu den auf den Fensterschächten aufgelegten Gitterrosten.

Schade, war mein zweiter Gedanke, als ich die einfach so aus ihren Rahmen rausnehmen konnte.

Am Gitter baumelte zwar eine Kette, die reichte aber nicht bis zum Schachtboden wo eine eigens dafür vorgesehene Öse als Gegenstück und massive Halterung dienen sollte angebracht war.

Also ging ich mit Zollstock frisch ans Werk und habe die einzelnen Längen der Ketten rausgemessen, bin zum Baumarkt meines Vertrauens und habe mir die Kettenstücke zurechtschneiden lassen.

Dann ging ein ewiges Gefummel, mit einfachen Werkzeug los, die zu kurz geratenen Ketten zu demontieren und gegen die korrekt abgelängten Stücke zu tauschen.

Hat aber alles wunderbar geklappt - einfacher und vielleicht  noch einen Ticken sichererer hätte ich es mit einem der neben angebotenen Artikel bewerkstelligt.



Kellerfenster - Sicherung

Hier waren, warum auch immer,  zwei Typen von Fenstern in meinen Untergrundräumlichkeiten verbaut.

 Einmal das klassische zweiflügelige Einscheiben-Fenster mit Gitterstäben davor und einmal welche mit Isolierverglasung wie sie auch in den oberen Räumlichkeiten verbaut sind. 

 

Die zuletzt genannten Fenster sah ich als recht einbruchsicher an, haben die doch die Mehrfachverrieglung die man bereits von den in den oberen Stockwerken verbauten Fenstern kannte.

 

Außerdem müsste hier von außen die Scheibe eingeschlagen werden was bei der Enge eines Lichtschachtes eher unwahrscheinlich sein wird.

Dennoch habe ich hier auf Nummer Sicher gehen wollen und besorgte mir eine entsprechende Anzahl an Sicherungsstangen, deren Ankerplatten ich dann in den Fensternischen massiv verdübelt habe.

 

Wenn man auf eine noch massivere Ausführung einer Sicherungsstange besteht, dann kann dieses Modell interessant sein.

 

Zugegeben, hübsch ist anders, aber es ist "nur" der Keller und der ist damit ein Stück weit sicherer. 



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 Die vergitterten Keller-Standard-Fenster sahen mir aber nicht so "sicher" aus und ich suchte die Fachfirma auf die diese verbaut hat.

Dort konnte ich mich davon überzeugen, dass dieses Gitter aus zwei ineinander liegenden Stahlteilen bestehen die mit einer Metallsäge nur unter erheblichen Zeitaufwand und dem Verschleiß einger Sägeblätter zu knacken sind.

 

Selbst einen Winkelschleifer mit Stahltrennscheibe beißt sich daran Minuten lang einen ab, bis ein Gitterstab durchtrennt ist. Kein Einbrecher ist darauf aus, unnötigen Lärm zu machen und sich in der Lärmglocke auch noch lange aufzuhalten.

 

Einfaches Verbiegen der Gitterstäbe ist auch nicht drin, dafür sind diese viel zu massiv mit dem Rahmen verschweißt und geben keinen Zentimeter nach. Die Scheiben selbst sind zwar nur aus Plexiglas, lassen sich aber auch nicht so einfach aus dem Rahmen hebeln. Alles in allem denke ich, sind diese Kellerfenster sicher genug.

 

Bei der Einfach-Kunststoffverglasung hapert es allerdings extrem an der Isolierung. Darüber schreibe ich demnächst, wie man kostengünstig und ohne Lichtverlust ein Lichtschachtfenster effektiv und mit wenig Aufwand isolieren kann.


Kellertür - Sicherung

Wow, dachte ich zuerst, als ich die Kellertür zum ersten mal in Augenschein nahm. Eine massive Stahltür mit Zylinderschloss und auf der Scharnierseite mit zusätzlichen Riegelbolzen versehen, die bei Schließen in den Rahmen greifen. Aber oberhalb und unterhalb des Türriegels war nichts.

 

Nach einigen Überlegungen habe ich dann zwei massive Bolzenriegel, wie neben abgebildet, besorgt.

 

Diese dann mit Schlossschrauben, durch das Türblatt durch, ober- und unterhalb des Türschnappers (jeweils so auf der Hälfte) angebracht und so justiert, dass die Bolzen am Türrahmen vorbei bis ins Mauerwerk ragen, wenn man diese in Schließstellung bringt.

Hier sollte beim Riegel auf einen Bolzenhub von 50 - 80 mm geachtet werden. Ein wenig Stemmarbeiten am Mauerwerk ist schon notwendig um den Schiebebolzen vollständig einrasten zu lassen.

 

 

Kleiner Aufwand - große Wirkung. An der Tür, beißt sich ein ungebetener Gast mit Sicherheit die Zähne aus. 

OK, der Keller müsste jetzt, für schlames Geld, gut gesichert sein. Gehen wir ein Stockwerk höher. 

 



Haustür - Sicherung

Was war das für eine Sucherei. Damals, als wir aufgefordert wurden uns eine Haustüre zu wählen. 

Ich denke, da haben wir aber einen guten Griff gemacht. Wichtige Faktoren dabei waren: Pflegeleicht, robust, lichtdurchlässig. Damals, als noch keiner so recht an das Thema Sicherheit dachte.

 

Bei der Entscheidung rutschte das Thema aber dann doch rein und es kam zu eine Kunststofftür mit Stahlrahmen, einer Mehrfachverriegelung und Sicherheitsglaseinsätzen. Alles in allem kostet so einen Haustüre so um die 1.800 Euro (zzgl. Montage).

 

Und dann macht man den Fehler, dass der Schließzylinder aus der Tür heraus ragt. Ein ganz schlimmer Fehler, denn dann kann der Herr Einbrecher in Windeseile mit einer etwas größeren Rohrzange den Schließzylinder von außen einfach abdrehen. So Zugang zum Mehrfach-Schließmechanismus finden und den dann aushebeln.

 

Also - immer darauf achten, dass der später verbaute Schließzylinder bündig mit der Griffplatte abschließt - und diese natürlich von Außen nicht abzuschrauben ist. Sonst würde das alles gar keinen Sinn machen.

Ist die Haustüre/Wohnungstür schon verbaut und hat keine Mehrfachverriegelung, auch keine Ausdrehsicherung am Zylinder, dann kann man hier mit etwas Aufwand selbst nachrüsten.

 

Hier sollte man sich einmal über einen sogenannten Türschutzbeschlag und vielleicht noch einen Panzerriegel, der natürlich auch von Außen verschließbar ist, Gedanken machen.

 




Fenster und Rollos

Fangen wir mal Außen an. Bei der Jalousie! Ist diese geschlossen, lässt er sich dennoch mit etwas Kraftaufwand von Außen hochschieben.

 

Dagegen kann man mit sogenannten Hochschiebe-sicherungen vorgehen. Es gibt einfachere Modelle die an der Innenseite des Rollos angebracht werden und nach dem herunter-lassen des selben per Hand verriegelt werden.

 

Zugegeben, etwas mühselig jedes mal die Fensterbank abzuräumen, die Fenster zu öffnen und die Riegel zu betätigen. 

Besser, allerdings etwas aufwändiger in der Montage, sind die im Rollo selbst verbauten Sicherungen.  

 


Die einzelnen Fenster selbst lassen sich nachträglich mit den verschiedensten Methoden nochmal zusätzlich sichern.

 

Eine der einfachsten Lösungen: "zumauern!"

 

OK, Scherz bei Seite - hier eine Auswahl an Sicherungseinrichtungen für Fenster und Terrassentüren die mit ein paar Handgriffen nachträglich selbst verbaut, einen wirksamen Einbruchsschutz bieten.

 

Nach Prüfung der bei mir verbauten Fenster war ich Anfangs überzeugt - die halten eine ganze Menge grobe Einwirkung von Außen aus. 

Zwischenzeitlich habe ich aber dennoch Hand angelegt und die Lichtdurchlässe im Erdgeschosses mit zusätzlichen Riegeln ausgestattet: 

Der Lieferumfang dieser massiven Kippriegel beinhaltet einen Satz Schrauben die nicht in jedem Fall das Non-Plus-Ultra sind. Das ist aber das einzige Manko ansonsten sind die Riegelelemente sehr hochwertig verarbeitet.  

 

Die bei mir verbauten Fenster, deren Rahmen einem Mix aus Kunststoff und Aluminium-/Blechprofil aufweist, drehten die Schrauben ins Leere und bietet somit nicht gerade die grösste Gegenwehr auf, wenn dann auch noch mit einem Brecheisen Hand angelegt wird.

 

Messen Sie die notwendige Tiefe nach der ersten Bohrung mit einem 2 m/m Bohrer aus und verwenden Sie Schrauben die bis in das Alu-/Blechprofil im Inneren Ihres Fensters reichen.

Bei mir haben übrigens 4x60er Schrauben ausgereicht.

 

Hier aber noch mal Achtung: Der Schraubenkopf sollte noch in die dafür vorgesehene Senkung passen, ansonsten lässt sich die mitgelieferte Abdeckkappe nicht mehr in die Senkung drücken.

Haben Sie Holzrahmenfenster sind die mitgelieferten Schrauben, aus meiner Sicht von ausreichender Länge.

 

Bei öfter Betätigung der nun eingebauten Riegel kommt es je nach Einbaulage vor, dass sich die Konter- bzw. Sicherungsschraube des Flügels langsam aber stetig lockert.

Hier habe ich mit einem Tropfen Nagellack in den Gewindegang des Flügels gegeben und die Schraube wieder fest eingedreht, bevor ich die Montage der Kippriegel am Rahmen vornahm.

 

Pro Fenster, aber diese Entscheidung liegt bei einem selbst, sollten zwei Kippriegel verbaut werden. Somit kann man sicherstellen, dass sich das Fenster noch kippen lässt, wenn der obere Riegel geöffnet und der unter geschlossen bleibt. Der untere Riegel sollte dann waagrecht, unter dem Fenster am Rahmen montiert werden. Hiermit ist auch Stück weit mehr Sicherheit, auch an gekippten Fenster möglich.

 

Alles in allem eine einfach zu montierende und kostengünstige Sicherheitsergänzung!


 

Hiermit wäre meine Übersicht zum Thema passive Sicherheit rund ums Haus erst einmal abgeschlossen. 

 

Wem das immer noch nicht reicht, im nächsten Abschnitt behandele ich das Thema Alarmanlagen. 


Alarmanlagen

Wie oben schon einmal beschrieben, es fehlte mir der richtige Berater zum richtigen Zeitpunkt. Damals hätte ich einiges an Geld sparen können, hätte ich in der Roh-bauphase schon daran gedacht entsprechende Kabelkanäle und Unterputzdosen an Fenster und Türen legen zu lassen, um mein erstes Eigenheim etwas kosten-günstiger absichern zu können.

 

So blieb mir damals nichts anderes übrig nachträglich eine nicht ganz wartungsfreie funkgesteuerte Alarmeinrichtung zu installieren.

 

Zwischenzeitlich wird man mit solchen Nachrüst-Alarmanlagen regelrecht überschwemmt und man hat die Qual der Wahl. Allerdings gibt es ein paar Anhaltspunkte die diese Systeme verinnerlicht haben sollten. 

 

Die Anlage sollte mehrere Komponenten beinhalten:

Da wären einmal die Tür- und Fensterkontaktgeber, sowie Bewegungsmelder in ausreichender Anzahl. Diese sollten mit Lang-zeitbatterien (mind. 9V Blockzelle, verlängert den bereits genannten Wartungsintervall) ausgerüstet sein.

 

Das System sollte erweiterbar sein und die Bewegungsmelder eine gewisse Immunität gegenüber Hund und Katz aufweisen. Die tollste Alarmanlage wird irgendwann nicht mehr aktiviert wenn sie dauernd Fehlalarme auslöst, nur weil Maunzele wieder einmal durch einen sensorüberwachten Bereich geschlichen ist. 

 

 

Die Anlage sollte weiter über eine Benachrichtigungsfunktion verfügen die im Ernstfall eine Nachricht an das eigene Handy absetzt.

 

Weiter sollten mindestens einmal zwei Funkfernbedienungen im Paket enthalten sein, sowie die Möglichkeit, per Anruf eine Scharf-/Unscharfschaltung zu initiieren.

 

Um die Sache noch abzurunden wäre noch an eine Alarmsirene für den Aussenbereich zu denken, die dann auch ein nettes, Aufmerksamkeit erregendes Blinklicht von sich gibt.



Um meine Vorschäge zu untermauern und deren Notwendigkeit Nachdruck zu verleihen, möchte ich noch die folgende Bucheempfehlung aussprechen. 

 

Einbruchschutz und Heimverteidigung
Ratgeber

Schritt für Schritt: So sichern Sie Ihr Heim gegen Einbrecher, Räuber und Vandalismus

 

Seit die Wohnungseinbrüche 2014 die Zahl von 150.000 Fällen überschritten haben, bleiben sie konstant oberhalb dieser Schwelle; im 10-Jahres-Vergleich haben sie seit 2006 um rund 50 Prozent zugenommen. Dass nur jeder sechste Einbruch aufgeklärt wird und nur 2 bis 3 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen verurteilt werden, macht das ganze Dilemma deutlich.

Doch damit nicht genug: Hinzu kommen über 165.000 Diebstähle aus Wohnungen und Nebenräumen sowie über 85.000 Raubüberfälle in Wohnungen und Hausfriedensbrüche - also über 400.000 Fälle, in denen Unbefugte, mit mehr oder weniger Gewalt, Unrecht in anderer Leute Haus und Hof verübt haben. 

Diese Zahlen machen deutlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass Räuber in Ihre Wohnung eindringen, ist so hoch wie nie zuvor. Mithilfe dieses Buches können Sie schnell und einfach verhindern, dass Sie Opfer eines Einbruchs werden. Denn T.C.A. Greilich erläutert Ihnen, wie Sie Ihr Heim professionell absichern. 

 

Warum Heimverteidigung immer wichtiger wird

 

Der Autor geht dabei nach einer logischen Reihenfolge vor. Er beschreibt zunächst das typische Verhalten von Einbrechern. Daraus lässt sich der erste Schritt der notwendigen Maßnahmen ableiten. Das ist vor allem die mechanische Absicherung der Schwachpunkte, die sich Einbrecher als Erstes zunutze machen. In einem zweiten Schritt können Sie die Sicherheit durch Elektrotechnik, beispielsweise in Form von Alarmanlagen, weiter erhöhen. Im dritten Schritt bauen Sie eine wirkungsvolle Heimverteidigung auf. Das ist besonders wichtig, da Einbrecher auch immer öfter in Häuser eindringen, wenn die Bewohner anwesend sind und Wertsachen unter Einsatz von teilweise brutaler Gewalt rauben.

 

Die besondere Stärke dieses Ratgebers:

Sicherheitsfachmann Greilich erläutert alle Vorkehrungen auch für Laien verständlich und praxisnah. Bilder veranschaulichen die Maßnahmen. Produktempfehlungen und -vergleiche erleichtern den Kauf von Sicherheitstechnik. 

 

Das zweite entscheidende Plus:

Beschreibungen von Tatbedingungen und davon abgeleitete Verhaltensmaßnahmen, Maßnahmen zur Wertsachensicherung und Erläuterungen zur Hausratsversicherung bis hin zu aktuellen Fördermöglichkeiten und Steuersparmöglichkeiten runden den Ratgeber ab. Sie lesen hier aber auch, warum es unerlässlich ist, den Brandschutz in Ihre Planung mit einzubeziehen.

 

Einbruchschutz und Heimverteidigung von A bis Z: Alles, was Sie wissen müssen!

 

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